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Messa in si minore [1] [2] [3] [PDF]

Berliner Kantorei und Schöneberger Kammerorchester auf Konzertreise in die Toskana

Fortsetzung

Unsere Konzerte:

in Siena am Freitag, den 3.11., direttore: Sabine Wüsthoff, und am Samstag, den 4.11., direttore: Günter Brick, waren der krönende Abschluss unserer emsigen Überei. Zwei Stunden dauert die h-Moll Messe von Johann Sebastian Bach. In Italien ist es üblich, dass die Konzerte immer erst gegen 21.00 Uhr beginnen und bei Aufführungen in Kirchen dazu der Eintritt frei ist. So gibt es natürlich ein ständiges Kommen und Gehen während der Aufführung (selbstverständlich nur in den Pausen!), aus der Sicht des Sängers von oben wunderbar zu beobachten. Die Chiesa di S. Agostino in Siena liegt eher etwas versteckt unweit des berühmten Il Campo (den wir während einer zweistündigen Pause zum Essen und Bummeln leider nur im Dunkeln genießen konnten.). Schön anzusehen waren hier die mit großen Tücherplanen abgehängten Wände und Decken, was uns jedoch leider etwas von der Akustik nahm. So meisterten wir hier unser concerto zwar fast fehlerlos, jedoch vielleicht noch etwas verhalten und nicht ganz überzeugt, wobei uns Sabine Wüsthoff fabelhaft und strahlend durch die Messe geführt hat.

Anders hingegen unsere Aufführung in der Basilica di San Lorenzo in Firenze am darauffolgenden Samstag Abend. Die Basilika besticht schon allein durch ihre Größe und wird von vielen Touristen während eines Florenzaufenthaltes im Rahmen einer Stadtbesichtigung aufgesucht. Wie beschreibt dies so schön der kleine Faltprospekt von San Lorenzo: “ Die Basilika San Lorenzo ist der religiöse Mittelpunkt des ab dem 15. Jahrhundert errichteten Monumentalkomplexes San Lorenzo, der außer der Kirche die Bibliotheca Laurenziana und die Medici-Kapellen umfasst. Auch wenn heute diese Gebäudeteile unabhängig voneinander besucht werden, vermittelt die Einheit der ganzen Anlage in ihrer reichen Erlesenheit die Botschaft des hl. Laurentius: den Glauben in Gott, aber auch in den Menschen und seine Kultur.”

Der Klang, der hier nach jedem Ton wieder zurückkam, war beeindruckend und musste von uns und besonders von unserem wie immer großartigen Günter Brick berücksichtigt werden, der dieses Konzert wunderbar einfühlsam dirigierte. Die meisten der schätzungsweise etwa 700 Zuhörer blieben auf ihren Bänken (!) - sofern sie einen Sitzplatz bekommen hatten - und waren im nachhinein begeistert. Den "standing ovations" wurde von uns mit einer Repetition des ,Gratias agimus tibi’ gedankt.

Die Rückfahrt Richtung Berlin starteten wir gegen 24.00 Uhr (zuvor waren erst noch die Zugfahrer zum Bahnhof gebracht worden!). Wir hatten uns noch rechtzeitig mit Vino Rosso und weiterer Verpflegung eingedeckt. So konnten wir die Reise stilvoll beenden und kamen erst gegen 4.00 so etwas zur Ruhe. Diesmal ging es über den Brenner, der trotz Schneefallankündigungen und Stauprophezeiungen für uns kein Problem darstellte. Mit weniger Pausen und Fahrerwechsel bei Nürnberg (danke für Eure zuverlässigen, sicheren und geschickten Fahrerdienste während unserer Reise! Vielleicht sieht man sich mal wieder!) Ankunft beider Busse an der Grunewaldkirche am 5.11.00 um 18.00 Uhr.

Es war eine sehr schöne, aber auch sehr anstrengende Reise. Jetzt heißt es erst mal erholen und vor allen Dingen schlafen. Schließlich stehen noch diverse Konzerte in Berlin an.

Sie können uns hören und sehen am 17.12.00 hier in der Grunewaldkirche mit dem Weihnachtsoratorium I, IV-VI von Bach. Wir freuen uns auf Sie!


Zuletzt geändert am 20.09.2005 um 13:07:19